Die Forderung, man müsse verzeihen können, prallte bei Christiane früher immer auf Ablehnung und auch Agapi merkt, wie die Worte Abwehr in ihr auslösen. Für Christiane war die entscheidende Wende die Auflösung der Erstarrungen in ihrem Körper. Als diese wichen und ihr Körper weich, warm und fließend wurde, ging es ihr innerlich so gut, dass sie nicht mehr wütend sein musste. Durch diesen Heilungsprozess konnte sie Mitgefühl für die Verwundungen ihrer Eltern entwickeln.
Agapi ist noch dabei zu verzeihen. Sie hat sich dieses Jahr, nach 17 Jahren Kontaktabbruch, viermal zum Spazierengehen mit ihrer Mutter getroffen. Doch sie bemerkt, wie sie verkrampft und sich wie damals unfähig fühlt, ihrer Mutter Grenzen zu setzen. Ihre Erstarrung ärgert Agapi, weil sie ja fließen will. Also nimmt sie sich vor, an ihrem eigenen Heilungsprozess zu arbeiten und im neuen Jahr mutiger Fragen zu stellen. Denn sie braucht Tiefgang, um echten Kontakt herzustellen – und vielleicht weicht dann auch das alte Energiefeld einem Neuen.
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Hallo Agapi,
seit langem höre ich sehr gern deine Podcasts (esse und verkaufe auch sehr sehr gern deine Cashews im Sahneglas) und in diesem letzten hatte ich viele Parallelen zum Teil zu euch beiden, aus denen heraus mir noch weitere Gedanken bzw. Fragen kommen, die ich hier hinterlassen mag.
#Mutter: „mutig“ sein und mehr fragen oder nicht….: Mir graut seit Jahren vor ähnlichem Anliegen und: vielleicht hab ich ja auch guten Grund ggf zu erahnen, dass uns meine Fragen gar nicht weiter, sondern eher meine Mutter – in Lebensbereiche getrieben, die sie erfolgreich verdrängt – wieder auf ihre besondere Art Macht über mich ausüben würde, ich dann den Kontakt ganz abbrechen müsste..
Lasse ich es, so bliebe das „hätte ich doch..“ und die „Beziehung“ wäre weiter so halbgar.. (Ich habe Freundinnen, bei denen jegliche Kontaktversuche nicht zum Ziel geführt haben..).
Auch gibt es diese Seite in mir, die ihre guten Seiten mag, ganz klar sagen kann, dass sie von ihren krassen Seiten abgesehen auch noch viele gute und bunte hat… dieser Schlamassel führt in mir dann oft als Bumerang zur Selbstbeschwichtigung („Es gibt wirklich schlimmere Kindheiten…, mach hier mal nicht so ein Fass auf..“).
Dann hab ich auch noch das Dilemma 2 Kinder zu haben, denen sie ihre böse Seite nicht zeigt, die mir evt kaum glauben würden, würde ich ihnen für mich Schlimmes von früher erzählen..
..und auch sehe ich ein paar Seiten in mir, die ich klar von ihr habe und bin auch sehr unklar mit meiner Mutterrolle – besonders bei meiner Tochter…
Gut ertragen kann ich es nicht, wenn ich sie in mir entdecke..
Eine riesige Lernaufgabe ist es wohl, alle Anteile in mir annehmen zu lernen, ihnen das zu geben, was meine Mutter nicht geben konnte und milde zu werden mit Allem, ein großes „so war es/ so ist es“ walten zu lassen und über auch all die (transgenerativen) Traumata unserer Elterngeneration zu erkennen, dass sie nicht fühlen konnten, nur überlebt haben und dass wir nun wieder Liebe und Herz entwickeln dürfen.
Verdient haben wir wohl alle was anderes…
Ich finde es toll, dass ihr diese so doll verbreiteten und doch irgendwie nichts totgeschwiegenen Themen aufgreift, fühle mich immer ein bisschen weniger böse, nicht gewollt.., sondern in großer, ringender Gemeinschaft. Ringend um Selbstwert, – Liebe und Gnade…
Liebe Grüße aus Ottensen in den Norden!
Kerstin
..könnte ich malen, ich würde es tun und all die Anteile mit ihren Anliegen und Sehnsüchten darstellen…
..grad starte ich in meinem nahen Umfeld mal mit den Hotel Matze-Karten und ganz vielleicht kauf ich ja mal ne Familien-Edition und besuche mit den Fragekarten und meinen Kindern meine Eltern…
danke für deine mich bewegenden und berührenden worte und gedanken, kerstin.
ich möchte mit ihnen schwanger gehen. sie wollen in mir noch gebrütet werden.
mir wird warm ums herz, dass ich nicht alleine bin.
du sagst es so schön: wir sind eine ringende gemeinschaft.
ringend um selbstwert, selbstliebe und gnade.
so schön, ich fühle mich sogleich auch weniger böse!
danke für deine resounanz. sie tut mir sooooo gut.
liebe grüße in meine alte heimat ottensen,
agapi