Amen!

Meine Zweifel haben Urlaub.
Das ist ein wohliges Gefühl.
Sie sollten immer frei haben.

wahlverwandt

Mein letztes Wochenende möchte verdaut werden, wie ein sehr reichhaltiges Festmahl. Es zwickt und sticht, obwohl es mir so köstlich und wohlig gemundet hat. Aber es war einfach zu viel. Ich merke es, weil ich immer wieder aufstoßen muss und die Schnäpse so gar nichts bringen. Wenn ich in den Garten gehe, um mich zu erden, streifen mich die Gefühle nicht, sie rammen mein Ich. Es ist unglaublich, was ein Klassentreffen wieder ans Tageslicht bringt.

Oh, Frühling!

Sobald ich im Ansatz an Allem was ich angezettelt habe zweifle, kommt mir der penetrante Satz „Du hast es so gewollt!“ in den Sinn. Ja, ich wollte Wandel, hab den Mut an Tag gelegt, meinem Leben einen u-turn zu verpassen und stehe jetzt ganz glücklich im Leben …

ah, deshalb!

Seit gestern ist in mir eine Traurigkeit, die wohl von mir angeschaut werden will. Sie steht da, ganz ruhig, schaut mich an und wartet. Es ist, als sei es Ich-in-klein die mich da betrachtet. Ich habe Zöpfe, lächle, obwohl ich traurig bin. Es ist mir unangenehm. Ich fühle zwei Stimmen in mir. Eine will schreien, „Starre mich nicht so an, verschwinde!“ die andere sagt liebevoll „Sprich bitte mit mir!“. Seit gestern stehen wir zwei da. Traurig. Gelähmt von dem, was wir nicht greifen können. Wir bewegen uns ungewohnt ruhig, fast schon wie in Zeitlupe.

Danke 2015

Es geschah einen Tag vor Heilig Abend. Rado und ich waren seit Wochen am wirbeln, damit unsere Wohnung auch wirklich bis zum heiligen Abend fertig werden würde. Da passierte es.

Dr. Doof

Jetzt ist es ein Jahr her, dass ich mit Rado nach Neverstaven gezogen bin. Warnsinn, ein Jahr ist es her … und die Wohnung ist noch immer nicht fertig! Aber es ist ein Ende beziehungsweise ein Anfang-des-Wohnens in Sicht. Die kommende Woche, also morgen, übermorgen und überübermorgen soll es soweit sein, das wir hinüber ziehen dürfen aus dem kruscheligen, über und über mit Dingen aufgefüllten und Baustaub-besetzten Westflügel in den frisch sanierten, sauberen Ostflügel … welch ein Wunder … mir fehlen die Worte.

glaub mir

Mein Straucheln hat noch kein richtiges Ende, aber es setzt sich öfters mal in den Sessel und betrachtet mich bei meinem Tun. Es hat was viel freundlicheres bekommen. Es unterhält sich an manchen Tagen mit mir. Gar liebevoll vom Sessel aus.

wachsen schmerzt

Mir fehlt gerade einfach die Zeit und die Kraft, um leichtfüßig-tiefsinnig geschwätzig zu sein. Ich würd so gerne, aber ich klemme fest und die Muse, die ich dafür bräuchte, hat sich schon seit längerem nicht mehr gemeldet.

… um zu …

In meinem Leben habe ich schon so oft etwas getan, wo mich andere völlig entsetzt gefragt haben „aber wieso machst Du denn das, da hast Du doch nichts von?“. Ich will jetzt nicht sagen, das ich Mutter Teresas Tochter bin. Auch ich habe Dinge getan, um in der Nähe von jemandem zu sein. Werner, zum Beispiel. Werner habe ich vor etlichen Jahren geholfen sein Studio zu renovieren – Stunden, Tage – immer wieder habe ich ihm geholfen. Wieso? Ich wollte ihm nahe sein und war damals – da war ich 21 – noch zu schüchtern und konnte ihm nur über diesem Weg sagen, das ich unsterblich in ihn verliebt war.