auf’n letzten drücker

Ich wollte umbedingt noch eine Bilanz von meinem Leben machen bevor sich das Jahr neigt und mit ihm sich meine doofe Sternkonstellation verdrückt. Also die, mit der ich seit meiner Geburt des Weges gehe. Mir war es noch nie so wichtig wie dies Jahr, mich so bewusst wie möglich mich einem Schlussstrich zu unterziehen. Ich glaube, das liegt daran, dass mir vor knapp zwei Jahren eine ältere weise Frau mit kurzen grauen Haaren gesagt hat, dass sich in dem Jahr, in dem ich 50 werde, die Sternkonstellation so verändert, dass sich mein Leben schlagartig ändern wird. Frag mich jetzt nicht von welchem Haus sich was in welches transformiert, ich hab mir nur gemerkt, dass sie „Wie konntest Du das die ganze Zeit aushalten, Du musst Dich wie zwei Wesen in einem Körper gefühlt haben!“ sagte.

Tja, wenn Du nichts anderes kennst und mit dem Anderen in dir aufgewachsen bist und die ganze Zeit zusammen bist, ist dieses Duale System ja Deine Realität und Du strengst Dich an, so gut wie möglich des Weges zu gehen. Dann gibst Du einfach alles, um mit den Anderen mitzuhalten. Du weißt ja nicht, dass Du die einzige bist die eine extra Challange auf dem Rücken trägst.
Was das Duale System in mir zu bedeuten hat?
Ich sag nur KNUT und verweise Dich zu meinem Buch „manchmaloft“.
Nun fiebere ich auf alle Fälle seit dem Gespräch mit der Weisen auf das Jahr hin, in dem ich 50 werd. Das erinnert mich daran, dass ich mit 24 dachte, wie leicht wohl das Leben sein würde, wenn ich erst mal 30 wäre und mit 30 hab ich mich in die 60er geträumt. Immer mit der Hoffnung, dass sich dann etwas Grundlegendes in mir beruhigt. Aber Pustekuchen!
Die Sternenfrau versicherte mir, dass ich aufatmen werde. Sie versprach mir förmlich, dass sich alles auflösen und dass ich den inneren Kampf los wäre.
Also, in grob drei Monaten soll es so sein, dass ich eine andere Frau bin, eine Erlöste. Alles was ich mühselig als Kind schon nicht verstehend mit mir rumschleppen musste, weil die Sterne es so wollten, wird wie schwere Findlinge von meinem Nervenkostüm abspringen, wie Pailletten, die zu Sternschnuppen werden. Erlösung pur! Meine Vorfreude ist riesig! Und selbst, wenn ich mich jetzt zu früh freue und am Ende an meinem Bestimmertag gefrustet dasitz und Trübsal trinke, für mich war das vergangene Jahr ein besonderes. Ich bin im Februar zum ersten TIWI gefahren und hab mir selbst versprochen, dass ich am Jahresende nach vier weiteren TIWIs nicht mehr die selbe Agapi sein werde.
„Und?“ fragst Du Dich jetzt.
Ja, ich würde sagen, dass ich eine Andere bin, als vor einem Jahr. Für mich war das Einlassen auf eine tiefere Version des ohnehin schon besonderen Wir-Prozesses eine herausfordernde Exkursion, die mich zu mir geführt hat. Ich bin mir dankbar, dass ich mich drauf eingelassen habe. Und den anderen Teilnehmer:innen bin ich dankbar, dass ich an ihnen anecken durfte und mich reiben konnte. Momente gab es dafür reichlich. Jedes Wochenenden habe ich Teile vom Prozess verflucht und komplett Strecken des Wir’s genossen. Meine Seele, mein Verstand, mein Geist, also dass, was neben mir stand, brauchte immer seine Zeit, um das Erlebte zu verkompostieren, aber dann … dann wich das anstrengende Gefühl dem Erfüllten und ich war voller Vorfreude auf den nächsten Wir-Prozess. Irgendwie kenne ich mich jetzt besser. Sehe immer mehr meine Konturen und kann die Struktur in mir funkeln sehen.
Das klingt fast wie auf hoher See. Ich glaube, dass der feine Unterschied lediglich der ist, dass diese hohe Lebenssee in einem geschützten Raum tosen durfte und jede Person mit einem Bewusstsein in das Unwetter gekommen ist. Auf offener hoher See reagieren meine Mitmenschen mitunter schneller als ich fühlen kann. Dann bin ich schnell auch mal verwundet, reagiere schockgesteuert – Flucht, Angriff, Starre. Eben so, als wenn mich ein Löwe fressen möchte. Dann liege ich schlussendlich mit nem blauen Auge im Graben und brauche zu viel Zeit, um mich adäquat äußern zu können.
An diesen Wir-Prozess-Wochenenden im geschützten Rahmen habe ich mich ausprobieren und viel über mich und die vierte Technik lernen können. Die vierte Technik, die ich anwenden kann, wenn mich ein Löwe bedroht. Dann muss ich nicht mehr angreifen, fliehen oder in schockig dastehen. Die Technik verrate ich jetzt aber nicht, sorry! Ich finde, die kann jede:r selber herausfinden. Und ob ich die Klarheit darüber jetzt auch schon auf hoher See anwenden kann, schauen wir mal! Aber das Wissen um etwas hilft mir schon gar sehr, mich Stückchen für Stückchen in die Erkenntnis-Umsetzung zu robben. Also willkommen 2022! Ich bin bereit, wenn Du es bist!
Mein Kurzfilm kommt auf den letzten Drücker, ich weiß! Aber er kommt von Herzen, ist selbstgezeichnet und ist gespickt mit Freugrüßen. Hey, ich wünsche Dir, mir und uns allen gute Nerven, ein dickes Paket Besonnenheit, Mut, Intuition, einen klaren Kopf, ….
… ach, eigentlich wünsche ich uns, dass wir lebendig bleiben und keine Angst haben – egal vor was.
Und wie ein Freund mir die Tage wünschte „auch Geborgenheit und eine unerschütterbare
Verbindung zu der geistigen Welt“
In Liebe,
Agapi

1 Gedanke zu „auf’n letzten drücker“

  1. Der letzte Satz vom Freund ist sehr schön..unerschütterliches Vertrauen in den Schöpfer allen Seins..denn er steht über allem;)*
    Bleiben wir wahrhaftig aus dem innerstes herraus..egal was die Medien einem auf zu doktrenieren versuchen.
    Fühle dich umarmt.

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