Überraschend!

Ich habe mich getraut Menschen die ich gar nicht kenne anzurufen und sie zu fragen, ob sie mich mal kennenlernen und anhören wollen. Am Telefon habe ich zu Beginn noch etwas gestammelt bis meine Sprache sich mit meinen Gedanken wieder verbunden hat. “Ihr müsstet nur einmal Kaffee-Trinken riskieren.” hörte ich mich sagen. Die Reaktion war überraschend. Sie haben ja zum beschnuppern gesagt.
Gestern waren wir also bei Gunda und Fred. Danke Sibylle für die Idee. Ohne Erwartungen sind Rado und ich Richtung Möln aufgebrochen. Wir wollten zwei Menschen besuchen, kennenlernen und schauen, ob wir uns vielleicht gegenseitig etwas zu geben haben.

Wir haben ihnen von unsere Dorfidee erzählt und die kritischen Fragen haben geholfen sich schnell zu verstehen. Wir saßen draußen zwischen dem alten Bauernhaus das die beiden mit viel Liebe renoviert haben und einem neuen Haus das sich genüsslich zu dem alten gesellt. Ein Walnussbaum sprendete Schatten. Mehr hatten wir noch gar nicht gesehen, aber ich spüren, dass sie sich ein Fleckchen Erde liebevoll zu ihrer Insel gemacht haben.

Beim Lustwandeln über das 2,5 Hektar große Grundstück kamen wir zu einem selbstangelegten Labyrinth welches sich mittlerweile zu einer echten Herausvorderung entwickelt hatte. Die Büsche, Streucher und Bäume waren groß und ließen ein drüberschauen nicht mehr zu. Wir durchquerten ein Apfelparadies und eine kleine Allee, trafen riesige Rosenhecken und entdeckten die verschiedensten Hagebutten. Gundar und Fred haben nicht nur einen kleinen Wald vor 24 Jahren angeleg, sie haben sich dabei so viel Wissen angeeignet und dadurch ein kleines Naturaspecktakel geschaffen. Der Knaller war der Open-air-Wirlpool, den sich Gunda in Holz-Zuber-Art selber konzipiert und umgesetzt hat.

Von ihrem Panorama-Fenster im Giebel konnten wir wunderschön über all das selbst Gepflanzte hinunterblicken bis in den Nachbarswald. Ich stellte mir vor wie im Frühling die Apfelblüte und im Herbst das Laub eine Vielzahl von Motiven bereitstellt, die es lohnt in seinem Herzen aufzuhängen.

Wer weiß, was sich aus unserer überraschenden Bekanntschaft ergibt. Ich könnte mir gut vorstellen eine Testwoche bei Gunda und Fred zu machen zum noch besseren Sich-kennenlernen. Wenn wir uns schätzen lernen, könnte ich mir auch vorstellen für ein Jahr – bis das Dorf einen Platz gefunden hat – dort mit Hand-an-zu-legen.

Danke für eure Offenheit Gunda und Fred!

 

 

©agapi_apfelbuete_7873

 

Bilder aus: John SeymourSelbstversorgung aus dem Garten – Wie man seinen Garten natürlich bestellt und gesunde Nahrung erntet” und “Das neue Buch vom Leben auf dem Lande – Ein prakztisches Handbuch für Realisten und Träumer.